Wissenschaft

Bakterien – ein Wunder der Natur

Wir finden, Bakterien sind die wunderbarsten Dinge auf unserem Planeten. Sie überraschen uns immer wieder. Bakterien sind überall: Im Boden, im Wasser, in der Nahrung, in der Luft und sogar auf deinem Computer. Und weißt du was? Ohne sie gäbe es kein Leben auf der Erde. Ja, du hast richtig verstanden: Wir brauchen die Winzlinge zum Leben. Aber wie kann etwas so Kleines einen so großen Unterschied machen? Gute Frage. Hier findest du erstaunliche Antworten.

Was sind eigentlich Bakterien?

Okay, lass uns ganz von vorne anfangen. Vor etwa vier Milliarden Jahren – ja, das ist verdammt lange her, und damals gab es noch längst keine Menschen – da tauchten Bakterien erstmals auf der Erde auf. Sie gehören zu den ältesten bekannten Lebensformen auf unserem Planeten. Bakterien bestehen nur aus einer Zelle und sind winzig klein, wirklich sehr, sehr klein. Aber sie sind viele, und es gibt sie in allen Formen und Größen. Grob kann man sie in fünf Gruppen einteilen. Einige sind kugelförmig (Kokken), stäbchenförmig (Bazillen), spiralförmig (Spirillen), kommaförmig (Vibrios) oder korkenzieherförmig (Spirochaetes). Manche sind eher Einzelgänger, andere kommen in Paaren, Ketten oder Gruppen vor. Es gibt welche, die sehen aus wie Würstchen oder wie Fußbälle, andere wie Perlenketten. Ein lustiger Verein, oder?

Willst du etwas Erstaunliches hören?

Wo findet man Bakterien?

Wirklich überall! In heißen Quellen und in der eisigen Arktis, an einer Vogelfeder ebenso wie an der Muschel auf dem Meeresgrund, an deinen Wimpern oder auf deinem Handy. Bakterien sind überall zu Hause. Sie können in den unwahrscheinlichsten und extremsten Lebensräumen leben – wirklich faszinierende Geschöpfe.

Wie groß sind denn Bakterien und wie viele gibt es?

Bakterien kannst du nicht mit bloßem Auge sehen, nur wenn du durch ein Mikroskop schaust. Allein auf dem Punkt am Ende dieses Satzes hätten mehrere hundert Bakterien Platz, so klein sind sie. Nun möchtest du vielleicht wissen, wie viele von diesen Winzlingen es auf der Welt gibt. Das weiß ehrlich gesagt niemand so genau, denn das lässt sich bisher kaum messen. Aber ein wissenschaftlicher Bericht hat es mal überschlagen und kam auf eine Zahl von fünf Nonillionen. Nein, diese Zahl haben wir nicht erfunden. Eine Nonillion hat neunmal so viele Nullen wie eine Million. Die Anzahl der Bakterien ist also eine Fünf mit 54 Nullen dahinter. Sagen wir einfach, es gibt unfassbar viele Bakterien.

In deinem Körper gibt es zehnmal so viele Bakterienzellen wie menschliche Zellen. Ohne sie könnten wir gar nicht leben!

Was sind Shirota Bakterien?

Gute Frage. Diese ganz besonderen Bakterien hat der Yakult Gründer Dr. Minoru Shirota entdeckt. Der japanische Wissenschaftler und Mikrobiologe hat es im Jahr 1930 nach langer Forschung geschafft, ein richtig taffes Milchsäurebakterium zu isolieren. Starke Leistung, oder? Dr. Shirota hat die Bakterien dann selektiert und kultiviert, um sicherzustellen, dass sie den Darm lebend erreichen können. So ein besonderer Bakterienstamm braucht natürlich einen Namen. Also benannten ihn die Forschenden weltweit nach seinem Entdecker: L. casei Shirota.

Wie sehen Shirota Bakterien eigentlich aus?

Was bedeutet L. casei Shirota?

Das L. steht für Lactobacillus. Hmm, und was heißt das? Das ist aus zwei lateinischen Wörtern zusammengesetzt: “lacto” bedeutet Milch und “bacillus” heißt Stäbchen. Laktobazillen sind also stäbchenförmige Bakterien, die häufig in Milchprodukten vorkommen. Casei ist das lateinische Wort für “Käse”, da mit diesen Bakterientypen oft fermentierte Milchprodukte wie Käse oder Joghurt hergestellt werden. Und Shirota heißen sie zu Ehren des Wissenschaftlers und Yakult Gründers Dr. Shirota, den wir dir ja oben bereits vorgestellt haben. Alles klar? Dann kannst du mit diesem Wissen jetzt im Biounterricht oder beim Smalltalk glänzen.

Wozu brauchen wir nützliche Bakterien?

Es klingt komisch, aber wir sind „bewohnt“ – und das ist gut so. Rund 100 Billionen Bakterien sind in deinem Körper zu Hause. Unbemerkt tummeln sie sich überall, auf der Haut, in der Nase und zwischen den Zehen. Aber die allermeisten wohnen in deinem Darm. Dort leben bis zu 1.000 verschiedene Bakterien-Arten. Da unten geht’s zu wie in einer quirligen Stadt aus Mikroben. Zum Glück wohnen dort viele gute Bakterien, die sowohl Giftstoffe neutralisieren als auch weniger freundliche Bakterien und Hefepilze in Schach halten. Wie kleine Hausmeister achten sie darauf, ein gesundes Gleichgewicht zu erhalten.

Spannend, oder?

Falls du – genauso wie wir – nicht genug bekommen kannst, klick dich doch direkt mal zum nächsten Thema durch. Wenn du wissen willst, woher die Redensarten “Schmetterlinge im Bauch” oder “Hör auf dein Bauchgefühl” kommen, empfehlen wir die Story rund um unsere “Darm-Hirn-Achse”. Was sich wie Science Fiction anhört, ist allerdings wissenschaftlich belegt: Dein Darm und dein Gehirn sprechen rund um die Uhr miteinander.